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Foto: Netzwerk vWS/spp-o

Wenn die Periode länger dauert: Was steckt hinter starken Regelblutungen?

(akz-o) Normalerweise dauert die Periode drei bis fünf Tage; in dieser Zeit verlieren Frauen rund 40 Milliliter Blut. Doch rund jede fünfte Frau zwischen 30 und 50 Jahren leidet unter einer ungewöhnlich starken oder langen Regelblutung. Die Ursachen sind vielfältig, häufig steckt eine organische Veränderung der Gebärmutter dahinter. Manchmal jedoch ist eine Blutgerinnungsstörung der Auslöser.

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Was genau ist beim Thema Periode eigentlich normal und was nicht? Experten sprechen von einer krankhaft veränderten Regelblutung, wenn sich diese über mehr als sieben Tage erstreckt (Menorrhagie) oder der Blutverlust über 80 Milliliter liegt (Hypermenorrhoe). In diesem Fall sollte der Frauenarzt um Rat gefragt werden: Er kann die Ursache für die krankhaft veränderte Periode feststellen und gezielt behandeln.

Die Blutgerinnung ist gestört

Nicht immer können Frauen die eigene Regel richtig einschätzen, da das Empfinden von stark und lang meist sehr subjektiv ist. In diesem Fall hilft zum Beispiel die App „Myflow Score“. Mit dem digitalen Menstruationsstärkenkalender können Frauen u.a. ihren monatlichen Verbrauch an Hygiene-Artikeln dokumentieren. Anhand einer wissenschaftlich fundierten Formel rechnet die App aus, ob Stärke und Dauer der Periode noch im normalen Bereich liegen – oder ob eventuell eine behandlungsbedürftige Krankheit dahinter steckt. Eine von ihnen ist das von-Willebrand-Syndrom (vWS). Bei Betroffenen der angeborenen Gerinnungsstörung ist ein für die Blutstillung wichtiges Protein, der von-Willebrand-Faktor, in zu geringer Konzentration, fehlerhaft oder gar nicht vorhanden. Ungewöhnlich starke und lange Regelblutungen sind bei Frauen mit vWS daher ein typisches Symptom. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Wenn nötig, kann das Protein durch eine Infusion zugeführt werden.
Mehr Infos zur App und zur Krankheit finden Sie unter www.netzwerk-von-willebrand.de.

Weitere Auslöser

Liegt keine Blutgerinnungsstörung vor, können gutartige Veränderungen an der Gebärmutter für eine ungewöhnlich lange oder starke Regelblutung verantwortlich sein. Zu ihnen gehören zum Beispiel Myome oder Polypen. Myome sind Geschwülste in der Muskulatur; bei Polypen handelt es sich um Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Das Gewebe kann durch moderne Operationsverfahren schonend entfernt oder medikamentös behandelt werden. Auch Frauen mit Endometriose leiden häufig unter einer starken Periode. Bei dieser Erkrankung wuchert die Schleimhaut der Gebärmutter außerhalb des Organs in den Bauchraum hinein. Störende Herde lassen sich operativ entfernen.