Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Wenn Sie eine Zecke an Ihrem Körper finden, sollten Sie sie vorsichtig und ganz langsam mit einer Pinzette entfernen. Wichtig ist, das Tier dabei nicht zu quetschen. Bewährt haben sich auch sogenannte Zeckenkarten aus der Apotheke. Sie schieben die Karte unter die Zecke und ziehen sie damit aus der Haut. Die Bissstelle danach desinfizieren. Die Spinnentiere können Borreliose und FSME (Frühsommerenzephalitis) auslösen.
Foto: ARKM
Allerdings gelangen Bakterien oder Viren erst etwa 24 Stunden nach einem Biss in den Körper. Nach Aufenthalten im Grünen empfiehlt es sich daher, den Körper gründlich nach Zecken abzusuchen.
Wichtig: Keinen Nagellack, Öl oder andere Flüssigkeiten über die Zecke gießen! Denn dann schüttet sie ihr Gift schneller in die Blutbahn aus. Treten Tage nach dem Zeckenbiss Rötungen an der Einstichstelle auf, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt auch dann, wenn eine Wanderröte an anderen Körperregionen sichtbar ist. Eine durch den Zeckenbiss übertragene Infektion beginnt gelegentlich auch mit den Symptomen einer Grippe. Übrigens: Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz, aber gegen FSME können Sie sich impfen lassen.
Steigen die Temperaturen draußen einige Tage hintereinander auf sieben Grad oder mehr, sehnt sich der Mensch nach dem Frühling – und die Zecke nach frischem Blut.
Zecken lauern auf Sträuchern, Gräsern oder im Unterholz auf einen passenden Wirt. Nachdem sie mitgestreift wurden, suchen sie sich beim Wirt Stellen, an denen die Haut dünn und leicht zu durchstechen ist. Bevor die Zecke mit der Nahrungsaufnahme beginnt, sondert sie einen betäubenden Speichel ab, der der Blutgerinnung entgegen wirkt.
Wer bereits in den Startlöchern für den Sommerurlaub steht, sollte prüfen, ob sein Reiseziel als Zecken-Risikogebiet eingestuft ist. Zecken haben bis Ende Oktober Saison. Sie leben in Büschen, hohen Gräsern und im Unterholz und warten dort auf einen Träger.
Der Herbst lockt viele nach draußen: Pilze sammeln, Wandern, Gartenarbeiten. Bei vielen Aktivitäten im Freien sind Zecken nicht weit. Beim Stich der achtbeinigen Spinnentiere können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden.
Über sonnig-warme Tage freuen sich nicht nur Groß und Klein, sondern leider auch die Mücken. Kaum steigen die Temperaturen, sind auch die Plagegeister wieder unterwegs, vor allem nach regenreicheren Perioden, denn die Insekten lieben Feuchtigkeit und Wärme.
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