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Neuer Darmkrebs-Test sorgt für mehr Sicherheit

(akz-o) Je früher Darmkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zur Früherkennung von Tumoren steht allen gesetzlich Versicherten ab April 2017 ein neues Testverfahren zur Verfügung. Der quantitative immunologische Test (immunologische, fäkale okkulte Bluttestung, kurz iFOBT) löst den bislang verwendeten Guajak-Test (gFOBT) ab und soll zuverlässigere Ergebnisse liefern.

Ebenso wie sein Vorgänger weist der iFOBT kleinste Mengen von Blut im Stuhl nach, die von einem Tumor stammen könnten. „Die neue Variante hat allerdings mehrere Vorteile“, sagt Nadezda Pampalova, ärztliche Beraterin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). „Der immunologische Test reagiert empfindlicher und kann mehr Fälle von Darmkrebs entdecken. Zudem liefert er seltener falsch positive Ergebnisse, da er ausschließlich menschliches Blut im Stuhl nachweist.“ Der Guajak-Test hingegen reagiert auch auf bestimmte Lebensmittel im Stuhl, zum Beispiel rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch. Er warnt dann vor Krebs, obwohl der Patient gesund ist. „Ein falscher Alarm ist für Patienten eine starke emotionale Belastung. Der neue Test kann vielen eine solche Erfahrung ersparen.“

Fragen zum neuen Test?

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Bislang waren immunologische Stuhltests eine individuelle Gesundheitsleistung (IgeL) und mussten vom Patienten selber bezahlt werden. Nun werden die Kosten für Versicherte ab 50 Jahren einmal pro Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Test kann unter anderem vom Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen durchgeführt werden. Der Patient entnimmt eine Probe seines Stuhls, der Arzt schickt sie an ein spezialisiertes Labor. Ist das Ergebnis positiv, folgt eine Darmspiegelung zur Abklärung des Befundes. Bei weiteren Fragen zum neuen Test sowie zum Thema Darmkrebs berät Sie die Unabhängige Patientenberatung (www.patientenberatung.de) neutral unter der gebührenfreien Telefonnr. 0800 011 77 22. Die UPD ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr und samstags von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

Darmspiegelung weiterhin empfohlen

Allerdings: „Nicht alle Tumore bluten und können mit einem Stuhltest nachgewiesen werden“, sagt Pampalova. Die Empfehlung zur Darmspiegelung (Koloskopie) bleibt daher bestehen. Ab einem Alter von 55 Jahren haben gesetzlich Versicherte alle zehn Jahre Anspruch auf die endoskopische Untersuchung, bei der der Arzt Veränderungen im Darminneren mit Hilfe einer Kamera erkennen kann. „So können bereits Krebsvorstufen wie Polypen nicht nur rechtzeitig bemerkt, sondern auch direkt entfernt werden.“

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