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Quelle: pixabay.com/Patrick Neufelder

Gefriertrocknen – selber machen oder besser fertige Produkte kaufen?

Heute findet man vermehrt gefriergetrocknete Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte. Vor allem verschiedene Obstsorten eignen sich gut für diese Methode des Haltbarmachens. Gefriergetrocknete Früchte passen sehr gut zu warmem Getreidebrei wie Porridge, zu Müsli, Desserts oder als Topping für Pudding oder Frozen Joghurt. Gefriergetrocknete Produkte schmecken sehr gut, doch kaum jemand weiß was hinter dieser Methode steckt.

Quelle: pixabay.com/Patrick Neufelder

Wie funktioniert Gefriertrocknung?

Um zu erklären, wie man Lebensmittel gefriertrocknen kann, ist ein kleiner Ausflug in die Welt der Physik notwendig. Während des Trocknungsprozesses kommt es nämlich zur sogenannten Sublimation: darunter versteht man die besondere Eigenschaft von Wasser, in gefrorenem Zustand direkt vom festen in den gasförmigen Zustand überzugehen, sobald ein Vakuum erzeugt wird. Früchte oder andere Lebensmittel werden daher zuerst schonend gefroren. Dann wird ein Vakuum erzeugt, in dieser Phase strömt Wasserdampf aus. Bis ein Lebensmittel gefriergetrocknet ist, können bis zu 24 Stunden vergehen. Diese Form der Konservierung ist zwar besonders schonend, aber auch aufwändig. Für ein bestimmtes Lebensmittel wird die Gefriertrocknung übrigens schon seit langer Zeit eingesetzt: Löskaffee wird nämlich genau mit diesem Verfahren hergestellt. Kauft man Produkte von Paradise Fruits, kann man sicher gehen, dass die verwendeten Früchte besonders schonend behandelt wurden.

Kann man auch selbst gefriertrocknen?

Eines ist klar: es macht deutlich weniger Aufwand, einen Beutel gefriergetrocknete Früchte im Supermarkt oder Bioladen zu kaufen als selbst Obst nach diesem Verfahren haltbar zu machen. Möchte man dennoch Obst im DIY-Versuch selbst herstellen, ist die Vorbereitung besonders wichtig:

  • Für Einsteiger eigenen sich Früchte wie Beeren, Äpfel, Bananen oder Birnen besonders gut
  • Gemüsefans greifen zu Paprika, Karotte, Süßkartoffel oder Pastinake
  • Am besten wählt man Lebensmittel, die gerade Saison haben
  • Obst und Gemüse sollte reif sein
  • Sämtliche Lebensmittel müssen vor der Trocknung geputzt und gewaschen werden
  • Obst und Gemüse wird in kleine Stücke geschnitten
  • Die Lebensmittel werden auf einem großen Teller oder einer Platte verteilt, dabei sollten die Stücke nicht zu eng aneinander liegen

Die einfachste Methode ist, die Platte mit dem vorbereiteten Obst oder Gemüse in den Tiefkühler zu stellen und sie mindestens eine Woche dort zu belassen. Die Temperatur sollte möglichst niedrig sein. Nach erfolgter Sublimation nimmt man die Stücke aus dem Tiefkühler, gibt sie in einen Gefrierbeutel und lässt die Luft heraus. Schneller funktioniert die Gefriertrocknung, wenn man Trockeneis verwendet. Dafür ist eine Kühlbox notwendig. Man schichtet abwechselnd Trockeneis und Früchte in die Box und stellt diese in den Gefrierschrank. Nach circa 24 Stunden sollte kein Trockeneis mehr vorhanden sein, dann kann man die Früchte entnehmen.

Welche Vorteile bietet Gefriertrocknung?

Egal ob man sie Arbeit auf sich nimmt und selbst Obst, Gemüse oder andere Lebensmittel gefriertrocknet oder man die Produkte im Laden kauft, die Form der Haltbarmachung bietet einige Vorteile. Anders als bei anderen Methoden wird bei der Gefriertrocknung die Struktur der Lebensmittel kaum verändert. Gefriergetrocknetes Obst sieht von der Farbe her frischen Früchten sehr ähnlich. Die Methode ist noch dazu sehr schonend, es bleiben mehr Vitamine erhalten als bei anderen Verfahren. Durch die Gefriertrocknung werden Lebensmittel auf besonders schonende Weise haltbar gemacht. Allerdings hat diese Methode auch einen Haken: die Prozedur dauert ziemlich lange, vor allem im DIY-Verfahren. Hat man eine Vakuumkammer zur Verfügung, sind die Lebensmittel natürlich schneller fertig. Allerdings darf man die Energiekosten der Gefriertrocknung nicht außer Acht lassen. Schiebt man einfach einen Teller Obst in einen Tiefkühlschrank, der ohnehin läuft, wird man die erhöhten Stromkosten kaum bemerken. Firmen, die sich auf Gefriertrocknung spezialisiert haben, müssen jedoch hohe Investitionen tätigen.

Die für das Verfahren benötigten technischen Anlagen sind teuer. Mittlerweile kann man sogar Kleingeräte zur Gefriertrocknung für den privaten Gebrauch kaufen. Diese Maschinen sind allerdings ebenfalls teuer, man muss sehr viel Obst auf diese Weise konservieren, damit sich die Anschaffung lohnt. Für die meisten Fans von gefriergetrocknetem Obst wird also der Kauf fertiger Produkte die bessere Option sein. Kennt man die Hintergründe und weiß man wie aufwändig das Verfahren ist, wundert man sich weniger über die relativ hohen Preise für ein Säckchen gefriergetrockneter Erdbeeren oder Äpfel. Allerdings ist Gefriertrocknen eine gesunde Methode – es muss für die Konservierung noch dazu kein Zucker zugesetzt werden.

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