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Sind die Menschen gestresst, leidet auch das Immunsystem darunter.
Foto: Bildarchiv ARKM

Immunsystem & Psyche sind eng miteinander verknüpft

Ein gesundes Immunsystem hat auch etwas mit einer gesunden Psyche zu tun. Was vielleicht zunächst einmal überraschend klingt, hat seit einiger Zeit sogar ein eigenes Forschungsfeld: Die „Psycho-Neuro-Immunologie“ erforscht den Zusammenhang von Psyche und Immunsystem. Und bietet interessante Ansatzpunkte für unsichere und krisengeprägte Zeiten wie diese.

Gerade jetzt hat ein starkes Immunsystem einen wichtigen Stellenwert. Doch viele Menschen sind derzeit besonders gestresst: Zu den normalen Herausforderungen des Alltags – und wir alle haben ja ohnehin immer sehr viel „um die Ohren“ – kommt die anhaltende Ungewissheit der Corona-Situation dazu. Dauerhaft hohe Stresslevel beeinträchtigen jedoch die Funktion des Immunsystems.

Studien zur Psycho-Neuro-Immunologie zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen emotionaler Ausgeglichenheit und einem starken Immunsystem[1],[2]. Es ist also hilfreich, gerade in turbulenten Zeiten Zuversicht und Gelassenheit suchen und zu kultivieren. Denn es lohnt sich, sich Entspannung zu gönnen, sich mental zu stärken und positiv anzuregen, statt in Nervosität und Alarmzustand zu verharren.

Doch wie stärkt man seine emotionale Stabilität, wenn man nun einmal Sorgen oder gar Angst hat? Wie kann man seine Ausgeglichenheit pflegen, wenn man unter den Corona-bedingten Abstandsregeln zusätzlich leidet?

Resilienz: Weide statt Teflon

Die Apothekerin und Heilpraktikerin Daniela Haverland erläutert: „Die Fähigkeit, gut mit den natürlichen Herausforderungen des Lebens umzugehen, kann man tatsächlich trainieren – wie einen Muskel. So kann man bei Schwierigkeiten seine emotionale und mentale Reaktion einigermaßen schnell wieder regulieren. Und in einen ausgeglichenen und positiven inneren Zustand kommen.“

Es geht also nicht darum, nie mehr Angst, Schmerz und Leid zu erleben, sondern anders damit umzugehen. Das Zauberwort: Resilienz! Daniela Haverland: „Resilienz meint die Fähigkeit, auch bei herausfordernden und schmerzhaften Erlebnissen Zugriff auf seine Ressourcen zu haben. Das können äußere sein – wie ein Netzwerk guter Freunde – aber vor allem sind damit innere Ressourcen wie Optimismus, Vertrauen und Geduld gemeint. Diese Fähigkeiten helfen Menschen, schneller wieder in einen ausbalancierten mentalen und emotionalen Zustand zu kommen.“

Das Ziel ist demnach nicht, alles an sich abperlen zu lassen wie eine Teflon-beschichtete Pfanne. Sondern eher, offen zu sein aber nicht darin stecken zu bleiben. „Ein gutes Bild ist eine Weide, die auch im Sturm nicht bricht, da sie biegsam ist.“, erläutert Daniela Haverland.

Resilienz stärken und dem Immunsystem Gutes tun

Es gibt viele Wege, um bewusst seine seelische und damit indirekt auch die körperliche Resilienz zu stärken. Daniela Haverland empfiehlt ihren PatientInnen, aus der folgenden Aufzählung täglich mindestens drei zu erleben: Wohltuende Alltagsrituale schaffen. Kontakt mit Familie und Freunden pflegen, auch über Telefon oder Video. Dankbarkeit und Achtsamkeit kultivieren. Kleine Freuden auskosten. Etwas bewusst genießen. Lachen. Sich bewusst erden, etwa durch Zeit in der Natur. Großzügig sein. Und: Immer wieder etwas Neues lernen und sich etwas (zu)trauen.

Körper und Seele beeinflussen sich gegenseitig, daher kann man auch über körperliches Wohlbefinden zu mehr innerer Kraft gelangen. Die „großen 3“ Ansätze hier sind: ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung und guter Schlaf.

Hilfe aus der Natur

Auch homöopathische Arzneimittel sind beliebt, um Körper und Geist wieder in Balance zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu unterstützen. Im Jahr 2019 wurde etwa in Frankreich eine Umfrage[3] mit 647 Patienten aus 73 Apotheken im Großraum Nantes durchgeführt. Diese gaben an, aktuell ein Schlafmittel zu verwenden: 54% nahmen ein chemisches Arzneimittel, 32% ein Phyto-Präparat und 19% ein homöopathisches Arzneimittel.

Daniela Haverland: „Dies zeigt, dass die homöopathische Behandlung auch bei Beschwerden im Bereich Psyche – wie oft bei Schlafstörungen der Fall – eine hohe Relevanz hat. Natürlich geht es auch im Bereich Psyche nicht immer nur mit sanfter Medizin, aber auch meine Patienten haben oft sehr gute Erfolge damit, und das nebenwirkungsarm.“

Wichtige homöopathische Arzneimittel in der Psychosomatik

Die Anwendung homöopathischer Arzneimittel erfolgt auf Basis einer ausführlichen Anmanese durch einen langjährig erfahrenen Therapeuten. Dieser verordnet ein individuell zum jeweiligen Patienten passendes Arzneimittel. Dazu werden in einem Symptomlexikon (Repertorium) die richtungsweisenden Symptome des Patienten mit den für ein homöopathisches Arzneimittel beschriebenen Symptomen abgeglichen.

Die meisten homöopathischen Arzneimittel haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Vielen wird eine Wirkung sowohl auf der körperlichen als auch der seelischen Ebene zugewiesen. Auch die für Homöopathika zuständige Expertenkommission des BfArMs (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) verweist in ihren Monographien[4] auf solch breite Anwendungsspektren. Einige Mittel und ihre Anwendungsgebiete laut Kommission D (Auszug):

Homöopathisches Einzelmittel Arsenicum album (Acidum arsenicosum):

„Entzündungen aller Schweregrade in allen Geweben und Organen; schwere Infektionen; Verschleißkrankheiten; Verstimmungszustände.“

Homöopathisches Einzelmittel Gelsemium (Gelsemium sempervirens):

„Kopfschmerzen; nervöse Störungen; Infektionskrankheiten; Lähmungen und Krampfleiden.“

Homöopathisches Einzelmittel Nux vomica:

„Fieberhafte Erkrankungen, Entzündungen der Atemorgane, Entzündungen und Krampfzustsände des Magen-Darm-Kanals; Leber- und Gallestörungen, Verstopfung; Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und rheumatische Schmerzen; Schlafstörungen; nervliche Überreiztheit; Verstimmungszustände.“

Homöopathisches Einzelmittel Phosphorus:

„Entzündungen der Atemorgane, der Verdauungsorgane, der Harn- und Geschlechtsorgane; schwere Infektionskrankheiten, Genesungsstörungen und Erschöpfungszustände; Herzschwäche, Herzschmerzen, Kreislaufstörungen; Blutungen, Blut- und Gefäßkrankheuten; Verhaltensauffälligkeiten und Verstimmungszustände.“

Homöopathisches Einzelmittel Thuja:

„Haut- und Schleimhauterkrankungen; Verdauungsschwäche; Rheumatismus, Verstimmungszustände“

 

[1] Morey JN, Boggero IA, Scott AB, Segerstrom SC. Current Directions in Stress and Human Immune Function. Curr Opin Psychol. 2015;5:13-17. doi:10.1016/j.copsyc.2015.03.007
[2] Seiler A., Fagundes C.P., Christian L.M. The Impact of Everyday Stressors on the Immune System and Health. In: Choukèr A. (eds) Stress Challenges and Immunity in Space. Springer, Cham.; 2020. https://doi.org/10.1007/978-3-030-16996-1_6
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Lauzeille+2019
[4] Keller K, Greiner S, Stockebrand P. Homöopathische Arzneimittel. Materialien zur Bewertung.Frankfurt/Main: Govi-Verlag; 1995.

Quelle: DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG

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