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Darmkrebsfrüherkennung – Wann gehen Sie?

Virtuelle Darmspiegelung: schonend, schnell und präzise

Darmkrebs geht uns alle an, denn er kann jeden treffen. Jedes Jahr erkranken mehr als 73.000 Menschen neu daran. Damit gehört er zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Daher steht der Monat März zum elften Mal in Folge im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Gesundheitsexperten, Kliniken und Privatpersonen engagieren sich für eine Verbesserung der Darmkrebsvorsorge. Wer regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen ab einem Alter von 55 Jahren nutzt, kann sein Erkrankungsrisiko um fast 80 Prozent senken. „Hierzu empfiehlt sich die äußerst schonende und präzise virtuelle Koloskopie. Bei dieser Methode wird der Dickdarm mittels Computer- oder Kernspintomographie dargestellt und Gewebestrukturen der Organe Schicht für Schicht abgebildet. Diese Methode ist für den Patienten schmerzfrei, da kein Endoskop eingeführt werden muss, und die Ergebnisse sind genauso präzise wie bei der klassischen Darmspiegelung“, erklärt Prof. Dr. Marcus Seemann, Ärztlicher Direktor der Diagnoseklinik München.

Darmkrebs ist früh erkannt gut heilbar

Die gute Nachricht: Im Frühstadium entdeckt, ist Darmkrebs zu annähernd 100 Prozent heilbar. Die schlechte: 70 Prozent der Tumore werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Dann wird eine erfolgreiche Therapie schwierig. Früherkennung ist deshalb der wichtigste Schutz. „Die Erkrankung entwickelt sich aus meist gutartigen Ausstülpungen der Darmschleimhaut, so genannten Polypen“, sagt Prof. Seemann. Rund 30 Prozent dieser Polypen werden zum bösartigen Tumor. Durchschnittlich dauert diese Entwicklung allerdings bis zu zehn Jahre. „Dieses relativ lange Zeitfenster bietet daher eine große Chance, die Vorstufe und damit die Polypen zu erkennen und frühzeitig zu entfernen“, so der Experte. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten ab dem Alter von 55 Jahren zwei kostenlose Darmspiegelungen (Fachausdruck: Koloskopie) im Abstand von zehn Jahren an.

Virtuelle Koloskopie: Reise durch den Darm am Computer

Eine schonende und äußerst präzise Alternative zur klassischen Darmspiegelung ist die virtuelle Koloskopie. „In der Diagnoseklinik München setzen wir diese sanfte Untersuchungsmethode bereits seit zehn Jahren ein. Die mittels Computer- oder Kernspintomographie (CT oder MRT) dargestellten Gewebestrukturen werden anhand eines speziellen Softwareprogramms in dreidimensionale Bilder umgewandelt, die der Radiologe am Bildschirm begutachten kann. Der Arzt begibt sich so auf eine virtuelle Reise durch den Darm, dessen Innenansicht mit all seinen Windungen und Biegungen dargestellt wird“, erläutert Prof. Seemann. Die CT-Untersuchungen dauern nur rund 60 Sekunden und haben den Vorteil, dass kein Endoskop eingeführt werden muss, was für die meisten Patienten deutlich angenehmer ist. Weiterer Vorteil: Auch die Organe außerhalb des Darms und die umliegenden Bauchorgane können mithilfe der Untersuchungsergebnisse exakt beurteilt werden.

Oftmals frühe Untersuchung sinnvoll

Schon ab 50 Jahren haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf den „Blut-im-Stuhl-Test“. Dieser so genannte Hämoccult-Test ist seit langem etabliert, jedoch nicht hundertprozentig sicher. „Er deckt nur 30 Prozent der Darmkrebsfälle auf – denn nicht jeder Tumor blutet. Ein Tumor, der blutet, hat zudem in aller Regel schon eine erheblich Größe“, sagt Prof. Seemann. Wichtig: Eine frühere Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn das individuelle Risiko für Darmkrebs erhöht ist, etwa aufgrund einer erblichen Vorbelastung.

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