2022-07-29-Brustkrebssterblichkeit
Quelle: marijana1 / pixabay.com

Forschungsteam evaluiert Brustkrebssterblichkeit

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts stellen Ärztinnen und Ärzte derzeit etwa 70.000 Mal im Jahr die Diagnose „Mammakarzinom“ bei einer Frau – mehr als 18.000 Patientinnen sterben jährlich an den Folgen dieser Erkrankung. Ab 2005 wurde das qualitätsgesicherte und bevölkerungsbezogene Mammographie-Screening-Programm (MSP) zur Früherkennung von Brustkrebs in Deutschland flächendeckend implementiert. Ziel des MSP ist die Senkung der Brustkrebssterblichkeit unter Minimierung der potenziellen Belastungen für die anspruchsberechtigten Frauen wie Strahlenbelastung, Überdiagnosen und Übertherapien.

Im Rahmen dieses organisierten Früherkennungsprogramms erhalten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zur röntgenstrahlenbasierten Mammographie-Untersuchung. Da bei der Zulassung des deutschen MSP für eine Nutzen-Risiko-Bewertung keine nationalen Daten zur Verfügung standen und die Beurteilung nur auf internationalen Studienergebnissen aus vergangenen Jahrzehnten basierte, evaluiert ein Forschungsteam der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster die Wirkung dieser Früherkennungsuntersuchung auf die Brustkrebssterblichkeit in Deutschland. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie fördern das Forschungsvorhaben mit rund 5,5 Millionen Euro für drei Jahre.

Nach zwei vorgeschalteten Machbarkeitsstudien (2012 – 2017) und dem bereits erfolgreich durchgeführten ersten Teil der Hauptstudie (2018 – 2021) startet jetzt die abschließende Projektphase der Hauptstudie. Das Forschungsteam um Privatdozentin Dr. Heike Minnerup und Prof. Dr. André Karch vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der WWU Münster wertet nun die bereits erhobenen Daten mit verschiedenen, sich ergänzenden Analyseverfahren aus. Damit werden die Forscher das Projekt zur wissenschaftlich umfassenden Evaluation des MSPs auf die brustkrebsassoziierte Sterblichkeit abschließen. „Unsere Forschung leistet einen wichtigen Beitrag für eine künftige Weiterentwicklung des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland“, erläutert André Karch.

Das Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der WWU Münster arbeitet als koordinierende Einrichtung im Rahmen dieses Projekts mit Kooperationspartnern am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS GmbH), dem Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung (SOCIUM) an der Universität Bremen und dem Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen gGmbH zusammen.

Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) Münster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich willige ein, dass meine Angaben aus diesem Kontaktformular gemäß Ihrer Datenschutzerklärung erfasst und verarbeitet werden. Bitte beachten: Die erteilte Einwilligung kann jederzeit für die Zukunft per E-Mail an [email protected] (Datenschutzbeauftragter) widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.